Riograndenser Hunsrückisch oder ein guter Scherz? Drucken

Es klingt wie ein Kunstwort oder eine skurrile Erfindung, doch seit 1996 gibt es offiziell das Riograndenser Hünsrückisch (bras. port. hunsriqueano riograndense) als weitverbreitete Minderheitensprache im Süden Brasiliens. Es handelt sich dabei um eine Variante des Dialekts aus dem Hunsrück um Simmern, Kastellaun, Morbach und Idar-Oberstein, den deutsche Auswanderer vor rund 200 Jahren mit nach Brasilien brachten und der heute vornehmlich in dem Bundesstaat Rio Grande do Sul, früher zeitweise Republik Piratini, gesprochen wird und daher seinen Namen trägt, den Dr. Cléo Vilson Altenhofen, wie gesagt 1996, einführte. Erstmals tauchte der Dialekt im Bundesstaat Santa Catarina auf, weshalb auch die Bezeichnung Kathariniensisch gebräuchlich ist! Er weicht teilweise stark vom Original oder dem heute im Hunsrück gesprochenen Dialekt ab, weil er starken Einflüssen anderer Dialekte, aber auch Sprachen, wie dem Italienisch und natürlich dem Portugiesisch ausgesetzt war.

Da während des zweiten Weltkrieges der Gebrauch der deutschen Sprache unter Strafe verboten war, lernte die Kriegsgeneration vornehmlich Portugiesisch und so gibt es heute gewisse Schwierigkeiten beim Erhalt der Sprache, die nur noch in privaten Kreisen und bei der älteren Bevölkerung gesprochen wird.

Hätten Sie's gewußt? Viele interessante Links finden sich übrigens unter diesem Linkverzeichnis.