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Eine weitere unrühmliche Persönlichkeit aus Kolumbien war Griselda Blanco, die Patin des Kokain. Griselda Blanco wurde am 15.02.1943 in MedellÃn, Kolumbien, geboren und 2004 nach Verbüßung einer längeren Haftstrafe in den USA nach Kolumbien abgeschoben. Die „schwarze Witwe“ („Viuda Negra“, „Black Widow“), wie sie auch genannt wurde, war eine der Führungspersönlichkeiten des MedellÃnkartells in den USA. Aufgewachsen war Griselda in Kolumbien, als Tochter einer Feldarbeiterin und eines Großgrundbesitzers indianischer Abstammung. Als die Familie nach MedellÃn umzog, verdiente sich ihre Mutter als Gelegenheitsprostituierte und Griselda schloss sich mit 13 Jahren einer Kinderbande an. Mit dieser Gang entführte sie einen elfjährigen Jungen, den sie eigenhändig erschoss, nachdem die Eltern kein Lösegeld zahlen wollten. Bereits hier wurde ihr grausames und unbarmherziges Wesen offenbar. Sie arbeitete später selber als Prostituierte, bis sie in die USA übersiedelte.
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Die schwarzen Witwe
Sie zog mit einem Liebhaber, Alfonso Trujillo, in den New Yorker Stadtteil Queens. Ihr Freund arbeitete dort als Fälscher und Menschenhändler. Er war es auch der Griselda ihren ersten Mann, den kolumbianischen Drogenhändler Alberto Bravo vorstellte, den diese jedoch 1975 in Medellin auf offener Straße erschoss, nachdem sie sich von ihm beleidigt fühlte. Sie wurde dabei selbst schwer verletzt, sechs weitere Menschen starben. Durch diese Aktion erhielt sie den Beinamen „schwarze Witwe“. Auch ihre weiteren zwei Ehemänner soll sie ermordet haben.
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Aufstieg der Patin des Kokain
Griselda Blanco organisierte in New York den Drogenschmuggel für ihr Kartell aus Kolumbien, wechselte jedoch später nach Miami, wo sie das Geschäft im großen Stil aufzuziehen begann. Bereits kurz nach Beginn der Geschäftstätigkeit in Florida wurden monatlich etwa 1,5 Tonnen Kokain aus Kolumbien in die USA importiert. Anfangs landeten die Flugzeuge einfach auf abgelegenen Flugplätzen oder eigens dafür angelegten Landeplätzen. Später wurde das Kokain mit Sendebojen versehen und über der Karibik abgeworfen, wo es von Schnellbooten aufgesammelt und in einen der Yachthäfen von Miami transportiert wurde. Bald arbeiteten etwa 1.000 Leute für die Gruppe um Griselda Blanco und Alfonso Lopez Trujillo und es wurden pro Monat etwa 80 Millionen Dollar erwirtschaftet. Griselda liebte den Luxus und kaufte sich einen Ring von Eva Perón und ein Teeservice der Queen.
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Ma Baker der Cocaine Cowboys
Während der 1970er und 1980er Jahre hielt die Kolumbianerin das Zepter des Kokainhandels in den USA fest in der Hand. Sie erfand die so genannten Kokain-Cowboys, die auf Motorrädern mit halbautomatischen Waffen die Gegner der Organisation ermordeten. Zu dieser Zeit hatte Griselda viele Beinamen, von „Ma Baker der Cocaine Cowboys“ über Großmutter des Koks, bis zu La Madrina. Ihre „Cowboys“ waren auch für das Massaker im Dade-County-Mall verantwortlich, das USA-weit hohe Wellen schlug. Als Reaktion auf die vielen Morde, allein 200 wurden mit Griselda in Florida, New York und Kolumbien in Verbindung gebracht, beschloss der Bürgermeister von Miami, Washington um Hilfe zu bitten. Präsident Reagan und Vizepräsident Bush legten einen Aktionsplan zur Bekämpfung des Drogenhandels in Florida vor und der Kongress bewilligte zahlreiche Mittel. Nachdem die DEA in Florida hart durchgriff, bekam man die Gewaltexzesse langsam in den Griff. Griselda Blanco ging nach Florida, wo sie durch die Aussagen eines ehemaligen Killers, „Riverito“ Riva, schwer belastet, festgenommen wurde. Die zahllosen grausamen Morde, die ihr zur Last gelegt wurden, konnten ihr auf Grund von Verfahrensfehlern nicht nachgewiesen werden und so verbrachte sie nur 20 Jahre ihres Lebens in amerikanischen Gefängnissen, bevor sie 2004 abgeschoben wurde. Was aus ihr wurde ist nicht genau bekannt. All ihre Söhne, Dixon, Uber, Osvaldo und Michael Corleone, die schon früher nach Kolumbien abgeschoben wurden, wurden direkt nach der Ankunft in Kolumbien ermordet.
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Cali löst Medellin ab
Im Prinzip war Griselda Marco durch ihre ausufernden Gewaltexzesse für den Untergang der Geschäfte des kolumbianischen Medellin-Kartells in Miami mitverantwortlich und stärkte den Aufstieg des so genannten Cali-Kartells. Diese setzten nicht mehr auf Gewalt und Schmuggel über See oder Luft, sondern kauften Firmen, die legale Handelsbeziehungen zu den USA unterhielten und fügten diesen Lieferungen Ihr Kokain mit bei. So wurden zum Beispiel Holzpaletten oder Betonträger ausgehöhlt und mit Kokain gefüllt oder Dachpfannen aus Plastik mit entsprechendem Inhalt einer Lieferung ordinärer Tonpfannen beigefügt. Es dauerte stets einige Lieferungen, in denen tonnenweise Kokain aus Kolumbien exportiert wurde, bis die US-amerikanischen Behörden hinter die Schmuggelmethoden kamen.
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