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Essen in Paraguay und seine Küche

 

Es mag an der Nähe zu Argentinien liegen, oder es gibt in dieser Region Südamerikas so etwas wie einen gemeinsamen Geschmack, der dazu führt, dass man ganz verrückt nach Rindfleisch, bzw. gegrilltem Fleisch allgemein ist. Die Küche Paraguays ist einfach aber sehr schmackhaft, eine gelungene Mischung zwischen Deftigem, das der Europäer kennt und schätzt und tropischen bzw. subtropischen Speisen in Verbindung mit Landestypischem, wie Maniok und Mais, dass als Beilage zu fast jedem Essen kaum wegzudenken ist.
Was hierzulande, neudeutsch „bagels“ genannt wird und aus USA stammt, heißt in Paraguay Chipas (Guazu) und sind „Brötchen - Kringel“ aus Maniokmehl, Eiern, Anis, Milch und Butterkäse. Ganz frisch schmecken sie herrlich zu Wein und Bier und sind an jeder Straßenecke für ein paar Guaraní zu haben. Apropros Bier, man bekommt hier hervorragendes Pils, dass sich Chop oder ähnlich nennt, ein wohlschmeckendes Bier namens Baviera und leckeren argentinischen Wein. In Paraguay selber gibt es nur einen sehr geringen Weinanbau. Die gesamte produzierte Menge liegt bei etwa 70.000 Hektoliter pro Jahr, bzw. sogar darunter.

Eine weitere Getränkespezialität ist der, bereits aus Brasilien und Argentinien bekannte Matetee, dessen Pflanze ja im Urwaldbecken des Paranátals zwischen den Flüssen Uruguay und Paraguay seine Heimat hat. Hier wird er allerdings kalt bis eiskalt mit Wasser oder Limonade serviert, heißt Tereré und ist eine wahre Erfrischung an heißen Sommertagen. Wenn es jedoch um Getränke geht, kommt man am Nationalgetränk Caña Paraguay nicht vorbei, einer Spirituose aus Rohrzucker und Honig.
Doch zurück zu den Parilladas, dem gegrillten Fleisch und seinen Beilagen. Zu einem normalen Essen gehören meist Suppen, wie Albondiga, mit Fleischklößen, oder Boribori, mit Gemüse, Maislmehlklößen und Fleischwürfelchen. Hinter der „Sopa Paraguaya“ wiederum versteckt sich  ein Auflauf aus Mais, Milch, Zwiebeln und mildem Käse. Ebenfalls als Zwischenmahlzeit bieten sich mit Hühnchen, Hackfleisch oder Schinken gefüllte Empanadas an, Teigtaschen, die gewöhnlich in heißem Fett knusprig gebacken werden und vielerorts zu finden sind. Auch zuviel als Vorspeise ist die Sooyo Sopy, eine dicke Suppe, nahe am Eintopf, mit Fleisch, Nudeln und Reis.
In Paraguay kommt man auch an Tortillas nicht vorbei, aber hier werden sie mit Maniok gemacht und auch Mazamorra, eine Polenta, gibt es als beliebtes Gericht. Wie bereits erwähnt, führt jedoch kein Weg an Fleisch vorbei und hier sind besonders Lomitos erwähnenswert, hauchdünne Fleischscheiben in verschiedenen Variationen. Zwar wird in Paraguay auch geraucht, aber ein Shisha Shop ist mir noch nicht untergekommen. Auf der Speisekarte des Landes sind oftmals noch weitere Köstlichkeiten, wie zum Beispiel die Palmitos genannten Palmenherzen und der Surubi, ein karpfenähnlicher Fisch aus dem Rio Paraná, zu finden. Als Dessert gibt es oftmals einen Nachtisch aus Milch und Mais, der sich Mbaipy He-é nennt, den man auf keinem Fall mit dem Maispudding Mbipy So-ó verwechseln sollte, der warm und mit Fleischstückchen serviert wird und für Europäer etwas ungewöhnlich ist.

 
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